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KI-Agentur/Case Study

Systembrüche in der Werbemittel-Produktion: Wie wir für das Lagerhaus einen Marketing-Prozess durchleuchtet haben

Andreas SchaubmaierAndreas Schaubmaier··5 min
Systembrüche in der Werbemittel-Produktion: Wie wir für das Lagerhaus einen Marketing-Prozess durchleuchtet haben

Viele Prozesse sind nicht langsam, weil die Menschen langsam arbeiten. Sie sind langsam, weil die Arbeit ständig von einem System ins nächste umziehen muss. Jeder dieser Umzüge kostet Zeit, erzeugt Fehlerquellen und braucht eine Freigabe.

Das Lagerhaus kennt dieses Muster aus der eigenen Werbemittel-Produktion. Bevor über eine Lösung gesprochen wurde, stand deshalb eine Frage im Raum: Wo genau verliert der Prozess eigentlich seine Zeit, und woran liegt das?

Genau dafür haben wir eine vollständige Prozessanalyse durchgeführt. Das Ergebnis war kein Tool und keine schnelle Automatisierung, sondern ein belastbares Lastenheft: die Ist-Situation im Detail, ein klares technisches Konzept und eine Kostenschätzung als Entscheidungsgrundlage.

Die Ausgangslage: Zu viele Hände, zu viele Systeme

Die Werbemittel-Produktion beim Lagerhaus ist ein Prozess mit vielen Beteiligten und vielen Schritten. Von der ersten Idee bis zum fertigen, freigegebenen Werbemittel durchläuft eine Aufgabe zahlreiche Stationen.

Das Problem war nicht ein einzelner Engpass, sondern die Summe vieler manueller Schritte. Informationen wurden von Hand übertragen, Dateien manuell weitergereicht, Zwischenstände einzeln abgestimmt. Jeder dieser Handgriffe ist für sich genommen klein. In der Summe entsteht daraus ein Prozess, der deutlich mehr Zeit bindet, als er müsste.

Kein einzelner Schritt war das Problem. Das Problem war, dass es so viele davon gab.

Das eigentliche Problem: Systembrüche und Stage-Gates

Bei genauerem Hinsehen zeigte sich die eigentliche Ursache: Systembrüche. Der Prozess lief nicht in einem durchgängigen System, sondern sprang immer wieder zwischen verschiedenen Tools und Plattformen hin und her.

Jeder dieser Brüche hat eine unangenehme Nebenwirkung. Wo Arbeit von einem System ins nächste wechselt, entsteht ein Kontrollpunkt. Jemand muss prüfen, freigeben, weiterleiten. So sammeln sich über den gesamten Prozess viele dieser Stage-Gate-Mechanismen an, an denen die Arbeit wartet, bis sie weiterlaufen darf.

Jeder Systembruch erzeugt ein Stage-Gate. Und jedes Stage-Gate ist eine Stelle, an der der Prozess stillsteht.

Diese Kombination aus vielen manuellen Schritten und vielen Freigabepunkten ist ein typisches Muster in gewachsenen Marketing-Prozessen. Sie entsteht nicht durch schlechte Planung, sondern dadurch, dass über die Jahre immer wieder einzelne Tools ergänzt wurden, ohne den Gesamtprozess neu zu denken.

Der Ansatz: Den Prozess vollständig sichtbar machen

Statt vorschnell eine Automatisierung vorzuschlagen, haben wir den Prozess zuerst vollständig aufgenommen. Jeder Schritt, jeder Systemwechsel, jeder Freigabepunkt wurde dokumentiert.

Dieser Schritt ist unverzichtbar, weil man einen Prozess nur dann sinnvoll verbessern kann, wenn man ihn ganz sieht. Erst wenn klar ist, wo genau die Brüche liegen und welche Stage-Gates welchen Zweck erfüllen, lässt sich beurteilen, welche davon wirklich nötig sind und welche nur historisch bedingt existieren.

Das Ergebnis dieser Aufnahme war eine vollständige, ehrliche Abbildung der Ist-Situation. Nicht beschönigt, sondern so, wie der Prozess tatsächlich abläuft.

Das Ergebnis: Ein vollständiges Lastenheft

Aus der Analyse ist ein vollständiges Lastenheft entstanden. Es besteht aus drei Teilen.

1. Die detaillierte Ist-Situation. Der gesamte Prozess der Werbemittel-Produktion ist Schritt für Schritt abgebildet, inklusive aller manuellen Handgriffe, aller Systembrüche und aller Freigabepunkte. Diese Dokumentation ist für sich genommen schon wertvoll, weil sie zum ersten Mal den kompletten Prozess an einem Ort sichtbar macht.

2. Ein klares technisches Konzept. Auf Basis der Ist-Aufnahme haben wir beschrieben, wie der Prozess künftig aussehen kann. Wo lassen sich Systembrüche schließen, welche manuellen Schritte lassen sich automatisieren, welche Stage-Gates entfallen, weil sie nur ein Symptom der Brüche waren? Das Konzept ist konkret genug, um daraus eine Umsetzung ableiten zu können.

3. Eine Kostenschätzung. Zu dem technischen Konzept gehört eine Einschätzung des Umsetzungsaufwands. So wird aus einer Idee eine Entscheidungsgrundlage: Was kostet die Umsetzung ungefähr, und in welchem Verhältnis steht das zum erwarteten Nutzen?

Am Ende steht kein Wunschzettel, sondern ein Dokument, mit dem man eine Investitionsentscheidung treffen kann.

Warum das Lastenheft der eigentliche Wert ist

Es ist verlockend, direkt mit einer Automatisierung zu starten. Ein Tool hier, eine Schnittstelle da. Das Problem: Ohne ein sauberes Verständnis des Gesamtprozesses automatisiert man einzelne Schritte, ohne die eigentliche Ursache zu beheben. Die Systembrüche bleiben, sie verschieben sich nur.

Das Lastenheft dreht diese Reihenfolge um. Zuerst wird der Prozess vollständig verstanden. Dann wird ein Zielbild entworfen. Und erst auf dieser Basis wird über konkrete Umsetzung und Budget entschieden.

Für das Lagerhaus bedeutet das: Wenn eine Umsetzung startet, startet sie mit einem klaren Plan, der die richtigen Stellen adressiert. Kein Flickwerk, sondern ein durchdachter Zielprozess.

Das ist unser Ansatz bei Soneo AI. Wir bauen keine Insellösungen. Wir schaffen zuerst Klarheit darüber, wo ein Prozess seine Zeit verliert, und setzen dann genau dort an.

Ihr habt einen Prozess mit vielen manuellen Schritten und ständigen Systemwechseln? Wir nehmen ihn vollständig auf und zeigen euch, wo sich die Brüche schließen lassen und was das kostet.

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FAQ

Was ist ein Systembruch in einem Geschäftsprozess?

Ein Systembruch entsteht, wenn Arbeit im Verlauf eines Prozesses von einem System oder Tool in ein anderes übertragen werden muss. Diese Übergänge sind oft manuell, kosten Zeit und erzeugen Fehlerquellen. Häufig entsteht an jedem Systembruch zusätzlich ein Kontroll- oder Freigabepunkt, der den Prozess weiter verlangsamt.

Was ist ein Stage-Gate und warum verlangsamt es Prozesse?

Ein Stage-Gate ist ein Kontrollpunkt, an dem ein Prozess erst weiterläuft, nachdem jemand geprüft oder freigegeben hat. Einzelne Stage-Gates sind sinnvoll. Sammeln sich jedoch viele davon an, etwa als Folge zahlreicher Systembrüche, entstehen lange Wartezeiten, in denen die eigentliche Arbeit stillsteht.

Was ist ein Lastenheft und wozu dient es?

Ein Lastenheft dokumentiert die Anforderungen an eine Lösung vollständig und nachvollziehbar. In einer Prozessanalyse umfasst es die detaillierte Ist-Situation, ein technisches Zielkonzept und eine Kostenschätzung. Es dient als belastbare Grundlage, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen, statt vorschnell in einzelne Tools zu investieren.

Warum lohnt sich eine Prozessanalyse vor der Automatisierung?

Weil eine Automatisierung ohne vollständiges Prozessverständnis oft nur einzelne Schritte beschleunigt, während die eigentliche Ursache, etwa Systembrüche, bestehen bleibt. Eine vorgelagerte Analyse stellt sicher, dass die Umsetzung die richtigen Stellen adressiert und der Zielprozess durchdacht ist.

Wie läuft eine Marketing-Prozessanalyse bei Soneo AI ab?

Wir nehmen den bestehenden Prozess vollständig auf: jeden Schritt, jeden Systemwechsel und jeden Freigabepunkt. Auf dieser Basis identifizieren wir Systembrüche und überflüssige Stage-Gates und entwickeln ein technisches Zielkonzept inklusive Kostenschätzung. Das Ergebnis ist ein Lastenheft, mit dem sich die Umsetzung fundiert planen lässt.

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